- Die Grille musizierte
- Die ganze Sommerzeit –
- Und kam in Not und Leid,
- Als nun der Nord regierte.
- Sie hatte nicht ein Stückchen
- Von Würmchen oder Mückchen,
- Und Hunger klagend ging sie hin
- Zur Ameis, ihrer Nachbarin,
- Und bat sie voller Sorgen,
- Ihr etwas Korn zu borgen.
- Grille: Mir bangt um meine Existenz,
- kommt der neue Lenz,
- Dann zahl ich alles dir zurück
- Und füge noch ein gutes Stück
- Als Zinsen bei.
- Die Ameis leiht
- Nicht gern; sie liebt die Sparsamkeit.
- Ameise: Wie brachtest du den Sommer hin?
- Grille: Ich habe Tag und Nacht. Mit Singen mich ergötzt.
- Ameise: Du hast Musik gemacht? Wie hübsch! So tanze jetzt!
- © Jean de Lafontaine, 1923.