Liebeskummer”, sagt S. zu mir und zupft sich an seinen grauen kurzen Haaren, “hat man heute nicht mehr mit Personen, sondern mit Situationen.” Und nachdem dieser Satz erstmal verwundert durch den Raum flog, bevor er bei mir gelandet ist, stelle ich erstaunt die Nase in meine Tasse Tee mit Milch steckend diesen Gedanken von allen Seiten genau prüfend fest: Er hat Recht. Ich ziehe also an meinen blonden Haaren und wir überlegen, woran das liegt. Zunächst schieben wir der Flexibilisierung die Schuld in die Schuhe, weil die auch die Beziehungen kreuzt. Denn heute geht es nicht mehr darum, dass man auf die ‘eine’ Person trifft und dann bis zum Ende des Lebens und so weiter. Zugleich ist aber auch unser Verlassen des Teenagertums ein Grund. Denn wenn man das Leben schon eine Zeit lang mitgemacht hat, wiederholt sich irgendwann das Elend. Immer noch hilft dagegen jedoch eines: viel Musik.